Alle Artikel von Karl-Heinz Twele

Leonardo da Vinci, Jesus und die Glaskugel…

Man soll ja nicht über Religion spotten. Aber hat sich Leonardo da Vinci womöglich nicht daran gehalten, und 500 Jahre lang hat es keiner gemerkt, nicht einmal die katholische Kirche?

Sein Gemälde „Salvator Mundi“ übersetzt Retter der Welt, oder, so man will, auch Heiland der Welt, ist in New York für 450,3 Millionen Dollar versteigert worden. Das teuerste Kunstwerk aller Zeiten. Es handelt sich um ein Jesus-Portrait.

Und immer noch fragt keiner, was es mit der Glaskugel auf sich hat, die sonst ja eher Wahrsager auf Jahrmärkten zur Steigerung ihrer Weitsicht verwenden. Meinte der Maler vielleicht, dass Jesus noch nicht genau wusste, wie er denn wohl die Welt retten wollte und gab ihm deshalb die Glaskugel zur Unterstützung in die linke Hand?

Die Kunstsachverständigen werden uns sicher erklären, es handele sich nicht um eine Glaskugel – sondern die symbolisierte Weltkugel. Seht euch doch das Bild mal im Netz an…

aufschreiber Dokumentation: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“

Dieses Zitat stammt aus der Präambel der Schweizer Verfassung. Ich weiß das auch erst, seit ich heute einen Essay von Heribert Prantl in der „Süddeutschen Zeitung“ gelesen habe. Er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn hier für euch dokumentiere:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/sankt-martin-was-die-sankt-martins-geschichte-heute-lehrt-1.3743693

 

Jetzt steht die Grüne Seele zum Verkauf

Ihre Forderungen zur Klimarettung, wie Kohleausstieg oder gar die, ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen – für viele ein Grund, doch nochmal die Grünen zu wählen und das jämmerliche Versagen der Grünen z.B. im Hamburger Senat zu ignorieren.

Und jetzt: Eine Frau namens Peter (angeblich vom linken Flügel der Grünen, früher Fundis genannt) und ein Mann namens Özdemir (schon immer von rechten Flügel, bei den Grünen immer noch Realos genannt) entlarven ihre Partei als politisch beliebig, und beweisen, dass auch Grüne für Regierungsposten ihre politischen Überzeugung an Merkels Garderobe abzugeben bereit sind. Die beiden verkündeten, dass sie auf Terminen für den Kohleausstieg und das Ende der Dreckschleudern auf den Straßen nicht mehr bestehen.

Heißt im Klartext: Eine sogenannte Jamaika-Koalition könnte dann den Willen zu einer Klimaschutzpolitik verkünden – und wenns halt in dieser Legislaturperiode nicht klappt, Pech gehabt. Versprochen hatte man ja nichts Konkretes.

Bringt doch nichts? Doch: 2-3 Ministerposten für die Grünen Umfaller, dazu 4-6 Staatssekretäre. Es muss sich doch endlich wieder lohnen, bei den Grünen Politik zu machen…

Rohingya-Katastrophe: Deutschlands unsichtbare Schande

Alle  reden über das Elend der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh. Sie sind Moslems, rechtlos, ohne Staatsbürgerschaft in ihrem Heimatland Myanmar, zusammengeschossen und enteignet vom Militär des überwiegend buddhistischen Landes, nur nach internationalen Protesten von der heimlichen Regentin und Friedensnobelpreisträgerin, der jahrzehntelang weltweit gepriesenen Aung San Suu Kyi, überhaupt zur Kenntnis genommen, nachdem eine halbe Millionen verzweifelter Menschen schon aus ihrem Land geflüchtet war. Bangladesh, das „Freie Bengalen“ (deutsche Übersetzung), das erst seit 1971 unabhängig ist (vorher war es die pakistanische Exklave Ost-Pakistan, vom Mutterland getrennt durch indisches Territorium), nimmt täglich neue Flüchtlinge auf.

Bangladesh hat Mühe das eigene Volk zu ernähren, ist auf Hilfe für die Flüchtlinge aus Myanmar angewiesen.

Gerade wurde eine internationale Geberkonferenz beendet.

Aus Deutschland kam keine Zusage für irgendeine Hilfe. Begründung: Man habe ja bereits 5 Millionen Euro bereit gestellt. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post verdient pro Jahr 5, 2 Millionen.

Bundesfinanzminister Schäuble verbuchte im vergangenen Jahr eine Haushaltsüberschuss von 23,6 Milliarden Euro. Eine diese Milliarden hätte für mindestens fünf Jahre die schlimmste Not so weit gelindert, dass in Bangladesh keine Rohingya-Flüchtlingskinder mehr verhungert wären.

Diese Verweigerung der Bundesregierung bleibt weitgehend unbeachtet – übertüncht durch Spendenaufrufe an die Bürger, die bereits den Millarden-Haushaltüberschuss durch ihre Steuern bezahlt haben.

Die Schande Deutschlands, die Menschen – nicht nur in Bangladesh – verhungern zu lassen, wird auch nicht geringer, weil andere reiche Länder sich ebenso schandhaft verhalten. Böses wird nicht weniger Böse, wenn Viele Böses tun.

 

Luther: Sicher ist sicher…

Da soll nochmal jemand behaupten, es gäbe nichts mehr zum Lachen. Während die evangelische Kirche ihren Gründervater Martin Luther zum 500. Reformationsjubiläum feiert, wurde in der Nationalbibliothek Madrid ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers gefunden. So steht es heute überall zu lesen.

Die Pauschalvergebung der Sünden hatte sich der Mönch zusammen mit Klosterkollegen zugelegt, bevor er seine 95 Thesen in Wittenberg an die Kirchentür nagelte und den Ablasshandel des Vatikans als gottlos kritisierte.

Heißt: Ehe er Reformator wurde, hatte er sich seinen Platz im Paradies vorsichtshalber schon gekauft. Sicher ist halt sicher…

Niedersachsen: CDU/FDP sind Büttel der AfD

SPD und Grüne haben bei der Landtagswahl gestern zusammen gut 45 Prozent der Stimmen bekommen.

CDU und FDP, die sich ebenfalls gerne als Verteidiger der Demokratie gerieren, zusammen nur gut 41 Prozent.

Ergebnis: Eine klare Mehrheit für Rot-Grün.

Und doch reicht das nicht: CDU und FDP lassen zu, dass 9 Rechtsradikale der AfD (6,2 %) bestimmen, wie die neue Regierung des Landes aussehen wird. Pfui Teufel.

Wenn sie als demokratische Parteien noch ernst genommen werden wollen, müssen CDU und FDP einer neuen Rot-Grünen MInderheitsregierung im Landtag zu einer ausreichenden Mehrheit verhelfen und so das rechtsradikale Pack neutralisieren.

Ministerpräsident Weil muss es riskieren – austesten, ob es eine demokratische Mehrheit im niedersächsischen Parlament gibt. Verweigern sich CDU und SPD, muss eben mal eine Wahl wiederholt werden.

Der Wähler hat hat dann ja miterlebt, warum. Wie sich CDU und FDP zu Bütteln der AfD gemacht haben. Und der Wählerwille war nicht, das 6,2 Prozent AfDler künftig die Politik bestimmen.

Lässt „Der Freitag“ freie Autoren im Stich?

Der aufschreiber verlinkt hier einen Bericht der FAZ-Onlineredaktion. Wenn stimmt, was hier berichtet wird, sollten sich alle Freien vor jedem Beitrag von der Chefredaktion schriftlich bestätigen lassen, dass das Blatt ihnen Rechtss chutz gewährt und im Falle finanzieller Forderungen an Autoren für die entsprechende Zahlung in vollem Umfang aufkommt.

Der Link zu dem Bericht aus dem FAZ-Feuilleton:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wie-der-freitag-zu-seiner-autorin-petra-reski-steht-14951361.html

Der aufschreiber ist natürlch jederzeit bereit, eine Stellungnahme von Jakob Augstein zu veröffentlichen und fordert ihn ausdrücklich dazu auf.

Wir hoffen, dass die FAZ hier einer Falschmeldung aufgesessen ist…

Müsli oder Rühreier mit Speck…

Bei der FDP hieß der rechte Flügel „national-liberal“ – die älteren unter meinen geneigten Lesern werden sich noch an Erich Mende erinnern, der daran zerbrochen ist, dass die FDP in den späten 60-er Jahren plötzlich einen linken Flügel hatte, den man „sozial-liberal“ nannte. Der wählte dann Gustav Heinemann zum Bundespräsidenten und Willy Brandt zum Kanzler. Und Erich Mende wurde als FDP-Vorsitzender von Walter Scheel ersetzt (das war der mit dem gelben Wagen).

Bei den Grünen ist das alles ähnlich. Nur heißen die rechten hier „Realos“ und die Linken „Fundis“. Sonst ist alles praktisch gleich: Die Realos wollen gerne mit den Schwarzen regieren, die Fundis mit den anderen (die rot zu nennen lässt mir fast die Hand verdorren, um mal ein Bild zu bemühen, das leider nicht von mir ist ).

Aber es gibt doch einen gravierenden Unterschied: Bei der FDP führte 1968 die Veränderung nach links (wenn auch nur ein bisschen), bei den Grünen 2017 nach rechts – auch nur ein bisschen, denn der „Realo“ Fischer und der „Fundi“ Trittin haben ja schließlich zu Schröders Zeiten schon dem Angriff auf Jugoslawien und der „Agenda 2010“ (Hartz 4) zugestimmt und damit den Grünen die Unschuld gestohlen.

Nun heißen die Spitzenkandidaten der Grünen Katrin Göring-Eckardt (wertkonservativ und fromm) und Cem Özdemir, der „Realo“ aus dem Stammland der Liberalen Baden-Württemberg, wo schon immer alles ein bisschen mehr rechts ist und viele glauben, dass Filbinger ein Nazi-Gegner war und Öttinger kein Rassist ist (der redet nur manchmal so verschwurbeltes Zeug über Schlitzaugen und so, aber meint das eigentlich ja ganz anders).

Und die Grünen mit ihren neuen Spitzenkandidaten träumen nun nicht mehr nur heimlich von einer Koalition mit Angela Merkel – was sich ihr baden-württembergischer MInisterpräsident Kretschmann ja schon länger gut vorstellen kann.

Aber, liebe Leser, es bleibt immer noch ein Unterschied zwischen FDP und Grünen: Die einen mögen zum Frühstück gerne mal Rühreier mit Speck, die anderen löffeln immer noch verzweifelt ihr Müsli.

Aber den Unterschied kriegen die „Realos“ auch noch weg…

 

Der Berliner Senat, politische Dummheit und die Macht der Immobilienmafia

Der Berliner Senat kann es nicht. Egal, welche Parteien ihn gerade bilden. Nach der letzten rot-roten Koalition warb „Die Partei“ des Satirikers Sonneborn mit dem Plakat (sinngemäß): „8 Jahre Regierungsgeteiligung der Linken – 35 neue Sozialwohnungen“.

Und wie war das? Hat Die Linke nicht auch der Privatisierung städtischen Wohnraums, kommunalen Grund und Bodens zugestimmt?

Das, was jetzt überall der „Fall Holm“ genannt wird, ist in Wahrheit ein „Fall Berliner Senat“. Die „Berliner Zeitung“, offenbar Kampfblatt des Neo-Liberalismus, verplappert sich heute:

„Holm war als junger Mann bei der Stasi, Holm hat Vorstellungen von einer Berliner Wohnungsbaupolitik, die zumindest nicht mehrheitsfähig sind.“ – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25538184 ©2017

Zur Erklärung (falls nötig): Diese Tageszeitung ist tatsächlich der Meinung, dass eine Politik, die hemmungslose Gentrifizierung durch Preistreiberei auf dem Wohnungsmarkt verhindert, die für den Bau von Wohnungen sorgt, die normale Menschen bezahlen können, die Wohnraumzweckentfremdung (z. B. als Büros irgendwelcher Firmen, die sehr viel mehr Miete zahlen, als Menschen, die in den Wohnungen leben wollen) stoppt – dass eine solche Politik „zumindest nicht mehrheitsfähig sei“. Das ist 1. grober Unfug und offenbart 2. durch das „zumindest“ auch, dass die „Berliner Zeitung“ alles Linke als Teufelszeug bekämpft. Da ist es schon fast tröstlich, dass dieses Blatt praktisch pleite ist und kaum mehr Leser hat. Die Schande dabei ist, dass das halt auch viele Arbeitsplätze bereits kostet und weiter kosten wird.

Und der Text in dieser Zeitung offenbart auch, dass die Stasi-Karriereträume eine 18-jährigen Jungen kurz vor der Wende nur ein billiger Vorwand sind für den erneuten Kniefall des Berliner Senats vor der Immobilienmafia – wie es die Berliner seit Jahrzehnten kennen. Und ja, natürlich ist auch die niemals endende Story um den sogenannten Flughafen einer der Belege dafür, dass der Berliner Senat es nicht kann und noch nie konnte.

In Berlin hat nur etwas funktioniert, als West-Berlin als „Frontstadt“ dessen, was „freie Welt“ genannt wird über die Jahre mit immer neuen Milliarden aus Bonn gepäppelt wurde – und Ost-Berlin als Aushängeschild des Sozialismus in Wohltaten der DDR-Regierung fast erstickte.

Anschließend hat sich für die Menschen keiner mehr interessiert. Dumme Sprüche wie „Arm aber Sexy“(Wowereit) sollten Politik ersetzen. Partiestadt anstelle einer Kommune, die die Menschen und ihre Bedürfnisse ernst nimmt, ein durchgeknallter Teil der New Economy (die Mitternachts-Pizza-Fraktion), als vorgeblicher Beleg dafür, was für eine moderne Stadt dieses Berlin doch ist, während der ernst zu nehmende Teil der Gründer nach Hamburg oder Baden-Württemberg ging (Ausnahmen bestätigen diesen Trend nur). Dazu ein echter Knaller: Bei 3 Grad minus bricht in dieser Stadt der komplette S-Bahn-Verkehr zusammen (wie vor ein paar Tagen wieder geschehen).

Gleichzeitig raste die ganze Stadt in die Pleite, als die Subventionen ausblieben und viele Straßenzüge in West-Berlin sehen heute noch ebenso angegammelt aus, wie es die Bauten in Ost-Berlin waren.

Andrej Holm stand für eine neue Politik im wichtigsten Politikfeld einer Stadt, in der die Mieten und Immobilienpreise explodieren und eine Wohnung oft heute schon mehr Miete kostet als eine vergleichbare im doch viel schickeren Hamburg.

Dieser anerkannte Stadtentwickler und Gentrifizierungsgegner wurde von Berliner Immobiliensumpf in Wirtschaft und Politik einfach als so menschenfreundlich und deshalb gefährlich eingeschätzt, dass man diese alberne Stasi-Geschichte eines 18-Jährigen 26 Jahre nach dem Ende der DDR heraus kramte – und es hat sich gezeigt, dass „Stasi“ in diesem Berlin immer noch zu hysterischem Geschrei führt.

Am Ende hat die Linke sich zwar offiziell hinter Holm gestellt – im Hintergrund, so scheint es, wurde er aber zum Rücktritt genötigt. Die Koalition retten, war die Devise. Lederer hatte ja schon sehr lange warten müssen, bis er endlich Senator wurde und sich so eine anständige Pension sichern konnte.

Einen Beweis dafür, dass fast alle Berliner inzwischen ratlos sind, lieferte die Wahl des Abgeordnetenhauses im vergangenen Jahr. SPD,CDU,Linke, Grüne und sogar die unsägliche AfD erhielten fast gleich viele Stimmen. Keiner weiß mehr, was er in Berlin wählen soll – und warum.

Ein paar Stimmen mehr (21,6 Prozent) sorgten dafür, das ein Herr Müller Regierender Bürgermeister bleiben konnte, ohne dass irgendjemand herausfinden konnte und kann, für welche Politik der Mann steht – falls überhaupt.

Aber so ein Sieger ist den Berlinern auch schon egal…

 

Nach dem Brexit: Post von Yanis Varoufakis

Freitagmorgen erreichte mich eine Rundmail von Yanis Varoufakis an alle Mitglieder von DiEM 25 in ganz Europa, die ich Euch mit der Bitte um Euer Engagement hier wiedergebe. Weitere Infos gibt es unter DiEM25.org.

Liebe Freunde,
Nach der Schock-Nachricht der vergangenen Nacht, für die die demokratie- und vernunftmissachtende Haltung des europäischen Establishments die Verantwortung trägt, ist DiEM25 wichtiger denn je. Unsere demokratische Bewegung wird die pan-europäische Solidarität stärken müssen, die wir brauchen um den Zerfall der EU zu verhindern.

  • Brüssel-Berlin-Frankfurt (das wahre Machtdreieck) wird zweifelsohne seine Autoritarismus-durch-Austerität-Bemühungen weiter verstärken und nur ein paar halbherzige Verbesserungen und Anreize anbieten. Wir müssen sie zur Rede stellen, bevor sie noch alles kaputt machen.
  • Währenddessen herrscht bei den Tories in London Chaos, ebenso bei Labour. DiEM25 muss überall in England und in Europa präsent sein und gegen Austerität, gegen Rassismus und für einen pan-europäischen Block gegen Brüssel hinwirken.

Ich bitte jeden Einzelnen von euch sich einzubringen und unsere Botschaft weitreichend zu verbreiten: über Twitter, Facebook, andere Netzwerke und E-Mail, sowie auch offline. Es ist entscheidend, dass Du mithilfst, die Dringlichkeit unserer Kampagne rüberzubringen und so viele Menschen wie möglich zu überzeugen, die Agenda von DiEM25 für ein demokratisches, soziales und offenes Europa zu unterstützen.

Wir dürfen uns von dem was gestern Nacht passiert, ist nicht demoralisieren lassen. Ganz im Gegenteil, lasst uns unseren Standpunkt stärken, lasst uns vortreten und für ihn werben und ihn verteidigen, jetzt mehr denn je.

Unsere Zeit ist gekommen und es ist entscheidend, dass wir uns mit aller Kraft einsetzen.

Grüße

Yanis Varoufakis