Archiv für den Monat: Januar 2015

Richard von Weizsäcker: Der anständige Deutsche ist tot

Er hat das Ansehen Deutschlands in der Welt gemehrt. Seine Rede am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag der Befreiung wurde rund um den Globus gehört und beachtet – war er doch der erste Bundespräsident, der die Niederlage der Nazis so definierte: „Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.

Er wurde für die ganze Welt ein Sinnbild des anständigen Deutschen.

Richard von Weizsäcker wurde 94 Jahre alt.

Europas Entmerkelung hat begonnen

Sie schimpfen, belehren, maßen sich an, das Volk der Griechen über Demokratie belehren – das Volk, das Demokratie erfand, als die Vorfahren von Merkel und Co. noch auf den Bäumen hockten.

Eine besonders unselige Rolle spielt auch ein deutschen Sozialdemokrat: Ausgerechnet der Präsident des Europäischen Parlaments hält sich für berufen, den Oberlehrer für Ministerpräsident Alexis Zipras zu spielen.

Und Merkels holländischen Statthalter als Eurogruppenchef  Jeroen Dijsselbloem profiliert sich als Lautsprecher des Neoliberalismus.

aufschreiber.com wagt eine Prognose: Die Auteritätspolitik à la Merkel (Physikerin), die von Wirtschaft so wenig Ahnung hat wie ihr Wirtschaftsminister Gabriel (Lehrer) und ihr Finanzminister Schäuble (Jurist) wird von Wirtschaftswissenschaftlern von Washington über London bis Paris nur noch kopfschüttelnd beobachtet.

Der griechische Finanzmister Gianis Varoufakis, (Wirtschaftsprofessor, Erfahrung als Lehrbeauftragter an den Universitäten von Sidney, Athen und Austin (Texas), Fellowship in Cambridge) hat heute die unselige Troika rausgeworfen, so nach Athen genommen war, um den Griechen zu verkünden, dass nur Gehorsamkeit gegenüber Merkels Politik-Wahnsinn eine Zusammenarbeit möglich machen.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden für Merkels Wirtschaftszerstörer viele Türen verschlossen sein. Und dann hat diese Verelendungspolitik hoffentlich auch in Deutschland bald ein Ende.

Denn auch bei uns müssen ja nicht lauter schwarze Nullen regieren…

Einen guter Text von Georg Diez sei ausdrücklich empfohlen (klick).

Griechenlands Schulden sind deutsche Schulden

Deutschland schuldet Griechenland 108 Millarden Euro an nicht gezahlten Reparationen aus dem 2. Weltkrieg. Dazu kommen Kredite über 54 Milliarden Euro, die die Nazis von Griechenland erpresst haben. Zusammen also 162 Milliarden Euro – plus Zinsen für 70 Jahre. Das streitet außer Merkels Regierung weltweit auch kaum jemand ab.

Berlin sollte also endlich aufhören die Griechen zu beschimpfen und stattdessen wie jedes anständige Land seine Schulden an Griechenland zahlen. Damit könnten die Griechen leicht ihre Schulden zahlen und behielten noch viele Milliarden für Investitionen und ihre Sozialsysteme übrig.

Übrigens: Die gesamten Schulden Griechenlands liegen bei 320 Milliarden Euro.

Für die Rettung maroder Banken hatte Deutschland 500 Milliarden bereit gestellt – erinnert ihr euch noch?

Rätsel: Woran mag es liegen, dass CDU/CSU/SPD Banken mehr wert sind als Menschen…

 

Heute sind wir alle Griechenland

aufschreiber.com gratuliert dem mutigen Volk der Griechen, dass es die Vasallen des neuen deutschen Herrschaftsanspruchs über Europa abgewählt hat.

Damit macht Griechenland allen Völkern Europas Mut, die sich nicht nach deutschem Vorbild in die Armut stoßen lassen wollen, wie die deutschen Regierungen seit Schröder es durch Rentenkürzungen und Hartz IV mit Millionen Menschen im eigenen Land vorexerziert haben, und wie sie es seitdem anderen Völkern aufzwingen wollen.

Jetzt schreien die Lautsprecher des Neo-Liberalismus auf.

Sie nennen Syriza, die Partei der Vereinigten Linken, „Linkspopulisten“, als sei es etwas Schlechtes, Politik für die Interessen des Volkes zu machen. Mit der selben Rhetorik wurde in Deutschland auch gegen den früheren Bundesfinanzinister, Ministerpräsidenten des Saarlandes, Vorsitzenden der SPD und der Linken Stimmung gemacht, als er sich gegen die Enteignung und Entrechtung von Millionen Menschen in Deutschland wandte.

Nun hassen sie die Griechen und ihren Ministerpräsident Alexis Tsipras, weil die nicht mehr am deutschen Wesen à la Merkel/Schröder genesen wollen, sondern mit ihrer Wahl entschieden haben, sich zu wehren.

Und der Neoliberalismus wird am Ende der Verlierer sein. Natürlich wird es den Schuldenschnitt geben. Jeder, der schon einmal irgendetwas von Wirtschaft gehört hat, weiß das. Und natürlich wird Griechenlands Beispiel anderen europäischen Völkern Mut machen, sich keinem Erpressungsversuch aus Berlin mehr zu unterwerfen.

Heute sind wir alle Griechenland. Und stehen für eine Erneuerung unseres europäischen Traumes. Für ein Europa in dem Liberté, Egalité und Fraternité nicht länger leere Worte sind.

Post Scriptum: Natürlich ist es ärgerlich, wenn sich Alexis Tsypris die zwei fehlenden Stimmen für die Vertrauensabstimmung im Parlament von rechtskonservativen Abgeordneten holen muss (es ist übrigens nicht die faschistische Partei „Morgenröte“). Aber Syriza ist mit 149 von 300 Parlamentssitzen stark genug, um die Regierung zu führen, ohne wesentliche Zugeständnisse machen zu müssen.

 

Gabriel, der Hass-Versteher

Mit ihren „Organisatoren“ will er noch nicht reden – die haben ihr ja auch nicht gefragt.

Aber dieser Hass-Versteher fährt nach Dresden und redet mit „Pegida“-Hass-Bürgern, die er für besorgte Bürger hält.

Ihre „Sorgen“ skandieren diese Leute seit Wochen in unseren Straßen: „Volksverräter“, „Lügenpresse“, „Systemmedien“, „Bazillen, die Asylanten nach Deutschland bringen“, „kriminelle Ausländer raus“ – und diese Pekidisten behaupten, sie seien „das Volk“. Und sie verkünden, in ein paar Jahren habe „der Islam in Deutschland die Mehrheit“.

Und wahrscheinlich glaubt Sigmar Gabriel, Vizekanzler und leuchtendes Licht an Spitze der SPD, auch, man müsse den Pegidisten erklären, dass Weihnachten doch nicht abgeschafft werden soll.

Und wenn sie dann wissen, dass sie sich in Wirklichkeit gar keine Sorgen machen müssen, dann verfliegt ihr Hass gegen Asylanten – und außerdem wählen sie die Partei des verständnisvollen Herrn Gabriel.

 

 

 

Schäubles Erkenntnis

Während wir alle noch rätseln – Bundesfinanzmister Wolfgang Schäuble, nicht bekennender, aber praktizierender Extrem-Zyniker, ist zu einer Erkenntnis gelangt, die er dem SPIEGEL  verraten hat.

aufschreiber.com will sie auch den Lesern diesen Seite nicht vorenthalten, hat doch Schäuble die Ursache von „Pegida“ entschlüsselt:

„Eine wachsende Zahl der Älteren ist heute mehr oder weniger frei von materiellen Sorgen, und darum machen sich manche eben andere Sorgen.“

Ja liebe Leser, so einfach ist die Welt des Wolfgang Schäuble. Den Rentnern geht es einfach zu gut. Da muss er jetzt nur noch auf die perfekte Idee kommen, wie es ganz sicher gelingt, „Pegida“ zu zerschlagen – durch eine Rentenkürzung…

Anmerkung der Redaktion: Nein, dies ist keine Satire (Ursprungsbedeutung: „Spottdichtung“). Der Mann hat das wirklich gesagt.

Eine komische Stadt, komische Polizei, komische Politiker

Dresden heißt sie, diese komische Stadt. Jeden Montag laufen dort pöbelnde Leute in Massen herum, skandieren „Lügenpresse“,  Volksverräter“, „Überfremdung“.

Nein, es gibt nicht massenweise Anzeigen – etwa wegen Volksverhetzung – durch die anwesenden Polizisten. Die erkennen da offenbar, ganz im Einklang mit AFDisten, keine Verfassungsfeinde.

Komische Politiker. Die denken, man müsse Verständnis für die Hetzer haben, statt sich ihnen in den Weg zu stellen, wie es ihnen etwa der Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel vormacht.

Noch mehr Komisches?

Wieder Dresden (Leubnitz-Neuostra): Am vergangenen Montag gegen 20 Uhr ging Kahled I., ein Asylbewerber aus Eritrea, einkaufen. Der Discounter ist gerade mal 140 Meter vom Zimmer des jungen Mannes entfernt, in dem er mit sieben anderen Flüchtlingen lebt. Zwei Minuten Fußweg.

Die Leiche von Kahled I. fand ein  Sozialarbeiter am nächsten Morgen in seinem Blut liegend hinter seinem Wohnhaus. Eine komische Stadt, komische Polizei, komische Politiker weiterlesen

aufschreiber aktuell: Zehntausende gegen „Pegida“

Ich war schon fast dabei, den Sachsen die Abspaltung von Deutschland anzuraten, wenn sie es in einer bunten Gesellschaft nicht aushalten – angesichts des braunen Mobs auf Dresdens Straßen. Bis – endlich – am vergangenen Sonnabend 35 000 Menschen dort gegen „Pegida“ auf die Straße gingen. Leider waren es heute wieder nur 7000 Demonstranten in Sachsens Hauptstadt, während der „Pegida“-Mob immer weiter wächst in Dresden – Gott sei Dank nirgends sonst in ganz Deutschland: 25 000 folgten den rechten Menschenfeinden heute.

Anti-"Pegida"-Demo in Berlin am 12. Januar 2015 - Foto: M. Wiens
Anti-„Pegida“-Demo in Berlin am 12. Januar 2015 – Foto: M. Wiens

Leipzig wehrt sich: In Leipzig standen 35 000 anständige Menschen gegen den rechten Pöbel auf. „Legida“, der dortige „Pegida“-Ableger brachte dort 5000 Spießgesellen auf die Straße. aufschreiber aktuell: Zehntausende gegen „Pegida“ weiterlesen