Archiv für den Monat: Februar 2015

Danke, großer Spieler Yannis Varoufakis

Hellas übertrifft alle Erwartungen. Merkel/Schäubles Knute hält nicht mehr. Der Spiele-Theoretiker Yannis Varoufakis macht die Regeln und beschützt sein Land und zeigt allen Ländern der Europäischen Union Wege aus der desaströsen deutschen Wirtschaftshegemonie. Er tut es, indem er vorführt, wie Intelligenz Dogmatismus schlägt.

Yannis Varoufakis, Finanzminister der Hellenischen Republik, und sein Freund und Ministerpräsident Alexis Tsypras haben ihrem Land Zeit gekauft, um ihre Versprechen an das griechische Volks einlösen zu können: „Reformen“ werden wieder zu Reformen im Sinne gesellschaftlichen Fortschritts. Danke, großer Spieler Yannis Varoufakis weiterlesen

Ein schlechter Tag für Europa

Merkel/Schäuble haben es noch einmal geschafft, Griechenland und damit ganz Euroland unter ihre Knute zu bringen.

Das gestrige Datum markiert damit einen schlechten Tag für Europa.

Die europäische Idee – sie darf nicht zur deutschen Hegemonie verkommen.

Was die Berliner Wirtschaftsnationalisten tun und die anderen EU-Länder offenkundig nicht wagen zu verhindern, kann mittelfristig das Ende der Europäischen Union bedeuten.

Hoffen wir, dass die griechische Regierung die wenigen wirtschafts- und sozialpolitischen Spielräume, die ihr jetzt bleiben, kreativ nutzt.

Denn am deutschen Wesen konnte die Welt noch nie genesen.

Das letzte Komplott des Nicolas Sarkozy

Vergewaltigung eines Zimmermädchens in New York, Zuhälterei In Frankreich – seit mehr als drei Jahren ist die Rechte von Nicolas Sarkozy vor nichts zurückgeschreckt, um den Aufstieg des in Frankreich immer noch sehr beliebten Dominique Strauss-Kahn zum Präsidenten der Republik zu verhindern.

Auch als IWF-Präsident musste DSK im Verlauf der Kampagne schließlich zurücktreten.

Jetzt geht das (vorerst) letzte Komplott des Nicolas Sarkozy zu Ende: Die Staatsanwaltschaft hat im Zuhälterei-Prozess in Lille Freispruch für DSK gefordert und selbst die Nebenklage fordert die Einstellung des Verfahrens.

Zur Erinnerung: Sarkozy wurde trotzdem abgewählt. Wahlsieger war Francois Hollande.

Das Rätsel um die verschwundene Nachricht aus Minsk…

„Der ukrainische Präsident hat erklärt, die russischen Forderungen seien unannehmbar.“

Das war heute morgen Nachricht Nummer eins aus Minsk.

Etwa eine halbe Stunde später klang alles ganz anders. Nun wurde gemeldet, der Gipfel in Kiew sei gescheitert weil „die Separatisten sich weigern, die Übereinkunft zu unterzeichnen“.

Die erste Meldung über die Ablehnung durch Poroschenko war auf einmal auf allen Kanälen spurlos verschwunden.

Wo ist sie geblieben? Und was, bitte, ist da Nachricht und was nur Propaganda?

Einige Zeit später verkündete Präsident Putin die Einigung, die inzwischen jeder zu kennen glaubt.

Doch schon wieder verkündet Ukraine-Staatschef Poroschenko, die beiden Volksrepubliken im Donbass erhielten keine Autonomie.

Und der aus dem Fernsehen seit Monaten bekannte ukrainische Sicherheitsratssprecher hat schon wieder eine russische Invasion mit 40 Panzern ausgemacht.

Irgend verdichtet sich der Einruck, dass die EU endlich Sanktionen gegen das Regime in Kiew zumindest androhen müsste, um endlich Frieden durchzusetzen.

Wie der polnische Revanchismus den Frieden stört

Die Regierung der Russischen Föderation hat die Europäischen Staats- und Regierungschefs zur Feier des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus am 9. Mai nach Moskau eingeladen.

Polen und die baltischen Staaten haben abgesagt. Sie missachten das Gedenken an die 20 Millionen Toten, mit denen die Sowjetunion ihren Sieg über Hitler-Deutschland bezahlt hat – indem sie für den 8. Mai eine Gegenveranstaltung planen. Überdies hat der der polnische  Außenminister die Westeuropäer aufgefordert, der Einladung Präsident Putins nicht zu folgen.

Diese Leute haben immer noch nicht gelernt, den Frieden zu lieben. Wie der polnische Revanchismus den Frieden stört weiterlesen

Eine Lederhose für Schäuble

Man stelle sich eine Karikatur vor: Schäuble in Lederhose, schenkelklopfend, deutsche Sekundärtugenden rufend:

Pflichterfüllung! Sparsamkeit! Schulden bezahlen!

Dazu eine Blaskapelle, die das Deutschlandlied intoniert.

Ja, das wäre wohl eine Karikatur gewesen, die ganz gut dargestellt hätte, was der griechische Finanzminister Yannis Varoufakis gedacht haben mag, als er heute mit dem deutschen Finanzminister Schäuble sprach.

Niemand in Europa redet mehr von diesen drei Beamten, Troika genannt, die Griechenland unter die Knute der desaströsen Wirtschaftspolitik à la Merkel/Schäuble gepresst hat.

Nur Schäuble findet dieses undemokratische und menschenverachtende Konstrukt immer noch toll.

Wer den Wirtschaftsnationalen in Berlin nicht folgt, der bekommt kein Geld mehr in der EU – glaubt Schäuble.

Die Europäische Zentralbank hat heute Notfallkredite über 60 Milliarden Euro für Griechenland bereit gestellt.

Es geht halt besser ohne Merkel/Schäuble.

Warum die Deutschen wirklich die Deppen Europas sind

Die Völker Europas haben die Faxen satt – die wollen sich nicht länger von den deutschen Wirtschaftsnationalisten zu fortschreitender Armut verurteilen lassen. Sich nicht mehr weismachen lassen, Deutschland ächze unter einer riesigen Last, denn es sei „das Sozialamt Europas“.

Wahr ist das Gegenteil: Kein anderes Land profitiert so prächtig von der Europäischen Union wie Deutschland – auf Kosten der anderen Länder der EU. Denen verkaufen sogar noch deutsche Banken die Kredite, mit denen sie durch Kauf deutscher Waren den Wohlstand der deutschen Unternehmer mehren (und nur der Unternehmer!) – um sich hinterher von der Merkel-Regierung wegen dieser Schulden beschimpfen zu lassen. Die sind nach Meinung der deutschen Wirtschaftsnationalisten nicht durch Investitionen zu beherrschen, sondern nur, indem man den ohnehin schon Ärmsten der Gesellschaft noch den letzten Euro an Sozialleistungen aus der Tasche zieht. Bittere Armut, zum Beispiel in Griechenland oder Spanien, explodierende Arbeitslosenzahlen – das schert die Merkelianer nicht. Warum die Deutschen wirklich die Deppen Europas sind weiterlesen