Archiv für den Monat: März 2015

Varoufakis, Jauch, ein Stinkefinger – und eine Satire gegen die Verblödung

Kleingeist Jauch hat den griechischen Finanzminister an einem Stinkefinger durchs Studio gezogen. Und seine Redaktion schwor Stein und Bein: nicht aus dem Zusammenhang gerissen, keine Fälschung. Da konnte Varoufakis sagen, was er wollte. Auch dass diese Musik 2013 spielte, als Professor Varoufakis Privatperson und nicht Finanzminister war. Das ist gezielte Täuschung des Zuschauers.

Alles nur, um Yannis Varoufakis, ganz im Sinne der deutschen Propaganda, weiter verunglimpfen zu können.

Lasst den gierigen Jauch mit Quizshows seine Millionen scheffeln – aber erspart uns seine peinlichen Ausflüge in die Politik.

Wenn Dampfplauderer Jauch sich in der fremden Welt der Politik verirrt…

Herr Jauch möchte über das griechische Katasterwesen diskutieren und wissen, wem welches Grundstück gehört. Der bayrische Finanzminister gibt rechtspopulistische Sprüche dieser Art ab: Europa bedeutet, dass jeder für sich selbst zahlt und nicht der deutsche Steuerzahler für ganz Europa. NPD und AfD lassen grüßen. Aber CSU-Mann Söder ist ja für seine politische Schlichtheit berüchtigt.

Ein Ex-Intendant des Nischensenders „Deutschlandradio“, der seine Rente durch antigriechischen Sprüche in BILD aufbessert, faselt über ominöse schwarze Löcher in denen Milliarden deutschen Geldes für Griechenland verschwunden seien. Dumm nur, dass diese schwarzen Löcher ganz schnell als deutsche Banken enttarnt werden.

Das ist die dritte Garnitur der Talker-Szene, die die ARD, von unseren TV-Gebühren finanziert, dem griechischen Finanzminister Yannis Varoufakis zumutet.

Quizmaster Jauch, ein politisch und wirtschaftlich ungebildeter und ahnungsloser Dampfplauderer, jammert sämtliche alle Tage zu lesenden anti-griechischen Propagandasprüche nach, was nichts anderes ist als die dauernde Beleidigung der Intelligenz des Wirtschaftsprofessors Varoufakis – und aller nicht völlig verblödeten Zuschauer. Für Jauch ist Politik eine unbekannte und offenbar nicht zu verstehende Welt.

Die einzige in Jauchs deutscher Schwätzerrunde, die sich positiv abhebt, weil sie weiß wovon sie redet, ist die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann von der taz, die aber letztlich gegen dieses Übermaß des Unbedarften, das sie umgibt, kaum eine Chance hat. Da kommt dann von Oberlehrer Söder der grandiose Spruch, Griechenland müsse halt seine Hausaufgaben machen.

Danke, setzen.

Merkel ist eine Gefahr – denn sie kann Europa nicht fühlen

Der gedruckte Spiegel schreibt über einen Machtkampf zwischen Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Angela Merkel. Währen Juncker ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone auf jeden Fall verhindern will, wolle Merkel sich „Verhandlungsspielraum erhalten“. Überdies fürchte sie, dass Juncker die Nationalstaaten entmachten wolle.

Genau darum geht es. Das war immer die deutsche Position – vor Merkel.
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Alle deutschen Regierungen waren für eine weiter voranschreitende europäische Integration. Sie wussten, dass nur die Einheit Europas den Frieden und den Wohlstand der Völker garantieren kann. Und seit Willy Brandt wussten Sie auch, dass das ohne Russland nicht funktionieren wird.Europa weiter zu entwickeln.. Das ist auf der einen Seite Merkel, die nie gelernt hat, Europa zu lieben. Sie kennt nur Verträge, formale Verpflichtungen – aber diese Frau ist weit davon entfernt, Europa fühlen zu können. Und wer Europa nicht fühlen kann, der wird Europa auch nie verstehen. Unser Europa, das demokratischer geworden ist und sozialer noch werden muss, und dessen Völker keine Diktate aus Berlin wollen, sondern ein gutes Leben in ihrem Europa.

Auf der anderen Seite Jean-Claude Juncker. Er ist Europäer. Er liebt Europa als Herzensangelegenheit, weit über ökonomisch-politische Fragen hinweg. Diese Mann kann Europa fühlen. Und deshalb stellt er sich Merkel in den Weg, die mit ihrer desaströsen Politik Europa auseinander treibt, dabei ist, die Träume der Völker des Kontinents zu zerstören.

aufschreiber.com unterstützt den Präsidenten der Europäischen Kommission gegen Merkel&Co, für unser Europa.

Spiegel Online – so geht die Abschaffung des Journalismus

Der griechische Finanzminister und Wirtschaftsprofessor Yannis Varoufakis hat dem  bekannten französischen Hochglanzmagazin Paris Match ein Interview gegeben.

Wie bei solchen Zeitschriften üblich, gehört dazu auch immer gerne eine Homestory mit bunten Bildern. Die jungen Genies bei Spiegel Online halten das Folgende für seriösen Journalismus:

Die Hochglanz-Homestory mitten in der Finanzkrise.

In seiner Athener Wohnung zeigt sich das Ehepaar Varoufakis in verschiedenen Outfits und Posen – er im eng geschnittenen T-Shirt am Klavier, am Esstisch mit Gattin Danae auf der Terrasse mit Blick auf die Akropolis.

Wahrscheinlich glauben diese journalistischen Kinder, dass nur einem deutschen Professor oder/und Minister eine ordentliche Wohnung zusteht. Und natürlich ist ein Unding, dass dieser Mann von der Terrasse aus die hoch über der Stadt liegende Akropolis sehen kann. Totaler Wahnsinn: Dieser Grieche hat sogar ein Klavier und sitzt mit einem engen T-Shirt davor. Aber es kommt noch schlimmer: Er  hat ein Buch in der Hand, das er selbst geschrieben hat, zitiert Spiegel Online eine griechische Oppositionszeitung und skandiert per Zitat gleich mit:“Ob er sich die Ausgabe auch selbst gewidmet hat?“

Und noch ein Spiegel Online-Skandal „mitten in der Finanzkrise“: Yannis Varoufakis frühstückt am Esstisch. Mit seiner Frau…

Nach der Abschaffung des Journalismus müssen wir eines Tages womöglich solchen Stuss überall lesen.

 

Hoffentlich nur Satire: Die Herrenmenschen – oder ein deutsches Europa

Schäuble wütet gegen die Griechen. Fast jeden Tag. Er hält den griechischen Finanzminister und Wirtschaftsprofessor Yannis Varoufakis, der von allem, worüber Schäuble redet, sehr viel mehr versteht als der deutsche Jurist, der aus unerklärlichen Gründen Finanzminister geworden ist, für dümmlich und naiv – natürlich, das sagt er nicht, weil er, Schäuble, ja ohnehin der einzige ist, der in Europa weiß, wo es lang zu gehen hat.

Schäubles Propaganda  fällt in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Schon wieder sehen sich die Deutschen von einer Verschwörung bedroht, die es zu bekämpfen gilt. Diesmal ist es nicht die jüdische Weltverschwörung, sondern es geht um die sogenannten Südländer. Die leben vom “Geld des deutschen Steuerzahlers”, allen voran Griechenland, nur gut, dass Schäuble und Merkel uns beschützen.

Die anderen Südländer, so haben wir Häppchen für Häppchen und medial verstärkt gelernt, sind ja kein Stück besser. Die warten alle nur darauf, dass “wir” “den gierigen Griechen” den kleinen Finger reichen, und de die ganze Hand nehmen. Die warten alle nur darauf, auch unser deutsches Geld (ätsch, gibt’s nicht mehr, nur den Euro) verprassen zu können. Sogar die Franzosen scheren sich doch nicht mehr um Sparsamkeit und die EU-Kommission von diesem Juncker lässt ihnen durchgehen. Und wer zahlt hinter die Zeche? Na “wir”!

Die Südländer Griechen, Italiener, Spanier, die Jugos (ja, ja, die Jugos nennen sich nicht mehr so, wie sie hießen, als sie mit Messern im Stiefel massenhaft nach Deutschland gekommen sind, und hier von Uns das Geld bekommen haben, mit dem sie ihre Großfamilien in Jugoslawien päppeln konnten.) Die nennen sich jetzt Serben, Kroaten, Bosnier, Kosovaren und wie die da unten alle heißen und kommen jetzt sogar als Asylanten, nein, Scheinasylanten muss das heißen und natürlich schicken wir die wieder zurück. Aber die wollen ja auch alle in die EU,  weil sie scharf auf unsere Steuergelder sind. Und dann haben wir den Salat. Diese Südländer, das sind doch alles Gastarbeitervölker.

Wir haben die in Deutschland arbeiten lassen. Die haben sogar Lohn bekommen. Und jetzt denken die, sie wären richtige Menschen, so wie wir. Aber wir kennen doch die Welt und wissen, wie es wirklich ist. Wir waren doch in diesen Ländern im Urlaub und haben erlebt, dass das alles Kellner und Köche und Zimmermädchen und Taxifahrer sind. Ist ja auch praktisch, die sprechen alle deutsch, weil sie ja bei uns als Gastarbeiter Deutsch lernen durften.

Herrenmenschen, das darf man ja heute nicht mehr sagen. Aber es muss doch mal ausgesprochen werden, dass die Hotelketten, in denen wir im Urlaub wohnen, diese Leute auch nur als Servicepersonal gebrauchen können. Darin sind die ja auch gut, zumindest wenn man ihnen auf die Finger guckt.

Aber jetzt arbeiten ganz viele von den Südländern ja nicht mal mehr. Da ist doch oft jeder vierte arbeitslos. Dabei weiß doch jeder: Wer arbeiten will, der kriegt auch Arbeit. Wir machen es doch vor hier in Deutschland. Wenn es zu viele Arbeitslose gibt, rechnen wir sie weg. Und dann sind sie weg. Einfach weg. Und uns ginge es gut, wenn uns nicht immer wie solche Schmarotzer wie die Griechen ans Portemonnaie wollten.

Und wir werden auch noch verleumdeten nur weil wir mal sagen, dass wir nicht das Sozialamt für ganz Europa sind. Und ächz, japs, stöhn Pause, nein das haben wir nicht verdient. Die sagen, wir wissen gar nichts von der Welt. Wir wären ja überall nur Touristen. Und würden uns aufführen wie Herrenmenschen und einen Kniefall für jedes Trinkgeld erwarten.

Verdammt nochmal, ist doch ganz richtig, wenn wir uns von den gierigen Griechen nicht mehr ausnehmen lassen. Und auch nicht von den Italienern oder Spaniern oder Portugiesen und wie diese Völker der Köche und Kellner alle heißen. 52 Prozent der Deutschen sind jetzt für Grexit, das Wort ist Quatsch, soll eine englische Kurzform für Greek exit, den griechischen Austritt aus dem Euro ein.

Da wäre es doch eigentlich Zeit, den Euro (€) Deutschen Euro (DE) umzubenennen, wo wir doch die selige DM nicht mehr haben. Und dann wäre endlich erreicht, wovon früheren Generationen von Herrenmenschen nur geträumt haben: Ein deutsches Europa.

 

 

Gott schütze uns vor gesunden Volksempfindern wie Stegner und Schweiger

Seit mehr als 2000 Jahren schützt das römische Recht Europa vor den gesunden Volksempfindern, vor den Leuten, die auch heute noch Gerichtsentscheidungen skandalisieren, wann immer sie ihnen nicht passen. Die sich an die Spitze eines modernen Lynchmobs stellen wie jetzt im tragischen Fall des Sebastian Edathy.

Schauspieler Till Schweiger, der seine Millionen-Villa im Niendorfer Gehege, einem kleinen Waldgebiet innerhalb der Stadt in Hamburg mit einer zwei Meter hohen Mauer vor dem gemeinen Volk geschützt hat, fühlte sich berufen, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr voller Bewunderung ausgerechnet mit einem Actionfilm mit sich selbst als Hauptdarsteller zu würdigen. Und jetzt hält sich der umstrittene Schauspieler für kompetent, öffentlich gegen den Ausgang des Edathy-Prozesses zu wüten. Gott schütze uns vor gesunden Volksempfindern wie Stegner und Schweiger weiterlesen

aufschreiber Real-Satire: ZDF für Korruption als Freiheitsrecht

HEUTE-Sendung, 19 Uhr, Donnerstag, 5. März 2015

Ort: China, Volkskongress. Wiedergabe nicht wörtlich, aber inhaltlich korrekt  aus der Erinnerung, 15 Minuten nach der TV-Ausstrahlung.

ZDF-Korrespondent zu Szene 1: Offensichtlich gibt der Parteivorsitzende dem Ministerpräsidenten sogar kurz vor dessen Rede noch Anweisungen.

Zu Szene 2: Der Ministerpräsident am Rednerpult sagt, dass Korruption, egal ob durch Regierungsstellen oder Bevölkerung, streng bestraft werden muss.

Zu Szene 3. Zu sehen sind europäische Autos, Audi und andere. Text: Kaum ein chinesischer Politiker traut sich noch, eine europäische Luxuskarosse zu fahren.

Zu Szene 4: Zu sehen ist ein teures chinesisches Gericht in einem Restaurant. Text: Auch teures Essen in Luxusrestaurants, eigentlich sehr beliebt, wird zunehmend vermieden.

Szene 5: Ein  durch Bildunterschirft als chinesischer Historiker bezeichneter Experte sagt zu den gerade gezeigten Folgen des Kampfes gegen Korruption: So schlimm war die Überwachung seit Maos Zeiten nicht mehr.

Szene 6: Der ZDF-Korrespondent, der offensichtlich gegen Korruption ebenso wenig hat wie sein Sender, stattdessen kritisiert er, dass man gegen Korruption ausgerechnet vorgehen wolle, wenn die Wirtschaft nicht mehr so schnell wächst, brilliert mit der sensationellen Nachricht, zum Anfang des chinesischen Volkskongress sei nicht über Menschenrechte gesprochen worden.

Schnitt. Danke ZDF für die erhellenden Informationen.

Wie die Polizei die Freiheit in Geiselhaft nimmt…

Wochenende in Bremen. Die Fernsehbilder könnten in irgendeinem besetzten Land entstanden sein. Überall Uniformierte, schwer bewaffnet mit Maschinenpistolen. Wüssten wir nicht aus den Nachrichten, dass es sich um deutsche Polizisten handelt, könnte man an einen Militärputsch denken.

Das Ganze mit der Begründung einer „nicht mehr abstrakten sondern konkreten Terrorgefahr“ – verkündet die Polizei, und sogar der zuständige Gewerkschaftsvorsitzende gibt sich dafür her, diesen Alarmismus als notwendig zu verteidigen. Wie die Polizei die Freiheit in Geiselhaft nimmt… weiterlesen