Archiv für den Monat: Oktober 2015

Die anständigen Menschen müssen es noch einmal tun…

aufschreiber.com erinnert sich noch gut an 1968. Damals zog die NPD in Landesparlamente ein, wie heute die AfD.

Damals redeten Sie den Menschen Angst ein. Angst vor der Jugend an den Universitäten, den Schulen, den Jugendvertretungen in den Betrieben.

Damals brachten sie den Staat soweit, dass der Bundestag mit den Stimmen der ersten Großen Koalition die Notstandsgesetze verabschiedete – weil dieser Staat so viel Angst hatte, dass er sich das Recht schaffen wollte, sogar die Bundeswehr gegen demonstrierende Studenten und streikende Arbeiter einzusetzen.

Die erste Großdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik gegen diese Schändung des Grundgesetzes brachte 100 000 anständige Menschen in einem Sternmarsch nach Bonn. Der Autor dieser Zeilen war damals dabei. Als Schüler eines Gymnasiums, und mehrere Busse fuhren von unserer Schule in die Bundeshauptstadt um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen.

In der Folge des Sternmarschs auf Bonn entwickelte sich der Aufstand der Anständigen in Deutschland-West. Bei den nächsten Landtagswahlen flogen die Neonazis aus den Parlamenten und sie verloren die Macht über die Stammtische.

Jetzt ist es Zeit: Wir müssen es noch einmal tun.

In dem größer gewordenen Land uns dem braunen Mob in den Weg stellen. Den „besorgten Bürgern“, denen, die sich Angst vor Menschen einreden lassen, die unseren Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen – denen die jetzt in Dresden wieder braunen Verbrechern hinterher laufen und uns einreden wollen, sie seien das Volk.

Sie sind es nicht. Und auch die Mordbrenner, die Flüchtlingsheime angreifen und auch die Claqueure, die ihnen Beifall klatschen und auch der Teil des Bürgertums, der wieder glaubt, irgendjemand wolle ihm sein Reihenhäuschen wegnehmen oder gar die letzten Euro seiner Hartz IV-Bezüge – sind nicht das Volk.

Das Volk, das sind – wie damals 1968 – die anständigen Menschen, die aufstehen und dem braunen Pack keinen Raum in unserer Gesellschaft lassen.

Das sind die 9,5 Millionen ehrenamtlichen Helfer, die sich in Deutschland für die Flüchtlinge einsetzen, die nach tausenden Kilometern Flucht endlich ein Leben in Frieden und Sicherheit leben wollen.

Und das sind diejenigen, die sich bei Demonstrationen den Hetzparolen entgegen stellen und zeigen, dass Fremdenfeindlichkeit Menschenfeindlichkeit ist und dass wir uns, wenn wir uns schon Sorgen machen müssen, Sorgen haben sollten wegen des wieder aufflammenden Rechtsradikalismus.

Und diejenigen, die nicht mit Sorgenfalten in den Redaktionsstuben hocken und darüber sinnieren, dass wie gefährlich angeblich die Zuwanderung ist, sondern diejenigen, die nicht müde werden, gegen gegen Fremdenangst und Menschenfeindlichkeit zu schreiben, zu reden in allen Medien vom Internetblog über Zeitungsseiten bis zum Fernsehen.

Das Volk – das sind die anständigen Menschen.

BILD lesen – dabei gewesen…

…war mal ein Spottvers.

Es mag manchen verwundern, dass aufschreiber.com BILD verlinkt.

Aber es ist an der Zeit, das Nazi-Pack auch bei Facebook zu stoppen – und dazu hat BILD jetzt einen wichtigen Beitrag geleistet. Das lesen auch Menschen, die aufschreiber.com leider noch nicht anklicken.

Und nein, es ist keine „Denunziation“ Mordbrenner und ihre Claqueure, die geistigen Brandstifter und Volksverhetzer öffentlich anzuprangern. Es ist vielmehr ein Teil des Kampfes gegen die Menschenfeinde, den jeder Antifaschist unterstützen kann. Ob er Springers BILD nun mag oder nicht.

Also hier klicken: Nazis am Pranger

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aufschreiber.com: Hintergrund

Wir berichteten heute über die Polizeistaatsphantasien des Gewerkschaftschefs Wendt.

Zum Hintergrund folgende Information:

Offenbar will sich der Chef der kleineren Polizeigewerkschaft DPolG (94 000 Mitglieder) lediglich wichtig machen und Aufmerksamkeit erregen. Die DPolG ist eine aus dem Deutschen Beamtenbund hervorgegangene Standesorganisation und keine klassische Gewerkschaft.

Die traditionelle große Polizeigewerkschaft GDP (Gewerkschaft der Polizei, 174 000 Mitglieder) hat sich bereit von diesem Unsinn  distanziert und derartige Ansinnen scharf zurückgewiesen. Die GDP ist Mitglied im Deuschen Gewerkschaftsbund.

Herr Rainer Wendt spricht also lediglich für eine konservative Minderheitsgruppierung innerhalb der Polizei.

Das tut er aber ständig und immer laut und erweckt so den Eindruck er spreche tatsächlich für sämtliche Polizeibeamten.

aufschreiber.com weist ausdrücklich darauf hin, dass die große Mehrheit der Polizisten mit Herrn Wendt und seinen Forderungen nichts zu tun hat.

aufschreiber.com freut sich mit Navid Kermani

Der in Köln lebende und in Siegen geborene deutsche Reporter, Schriftsteller und Orientalist mit iranischen Wurzeln

Navid Kermani

ist der diesejährige Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, der ihm in diesen Minuten in der Frankfurter Paulskirche verliehen wird.

Kermani steht für Respekt für die verschiedenen Kulturen und die europäischen Werte der Freiheit und Menschlichkeit.

Er setzt sich seit Jahren für ein liberaleres Asylrecht in Deutschland ein.

Die Polizeistaats-Phantasien eines Gewerkschaftschefs

Einen Zaun an der Grenze zu Österreich fordert jetzt der Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt – so will er Flüchtlinge davon abhalten, in unserem Land Schutz und Hilfe zu suchen.

Rainer Wendt, der Mann der schon seit vielen Jahren den Überwachungsstaat ausbauen, unser aller Freiheitsrechte einschränken will, sei es durch Rasterfahndung oder Datenspeicherung, bekämpft nun das freie Europa. Sein Vorbild, so scheint es, ist der faschistische ungarische Ministerpräsident Orban, der schon Stacheldrahtzäune gebaut hat.

Natürlich erscheint die Wendt-Forderung im natoinal-konservativen Leitblatt „Welt am Sonntag“. Das Blatt, das gegen Mauer und Zaun Jahrzehnte lang gekämpft hat, bietet nun einem Zäuneprotagonisten ein Podium.

Ohne Zaun, meint dieser merkwürdige „Gewerkschafter“, drohten „soziale Unruhen“.

Nein, Herr Wendt. Wenn Leute wie Sie sich durchsetzen, sind soziale Unruhen die ganz sichere Folge. Unser Volk wird sich nicht von Ihnen einzäunen lassen.

Die Deutschen wurden in der ganzen Welt dafür gefeiert, dass es gelungen war eine Mauer und einen Zaun gewaltlos zu beseitigen.

Wir brauchen keine Zäunebauer. Und Zäunebauer werden ganz schnell zu Todesschützen. Oder wie will dieser Herr Wendt im Zweifel verhindern, dass sein Wunschzaun zu Österreich durchgeschnitten oder überklettert wird? Wir war das mit den Minen an der deutsch-deutschen Grenze? Und wie war das mit dem Schießbefehl?

Rainer Wendt hat sich zu einer Gedankenwelt weit außerhalb unserer Werteordnung bekannt. Das Mindeste ist sein sofortiger Rücktritt als Chef der Polizeigewerkschaft.

Und wenn er es nicht freiwillig tut, wird sich die Stellung der deutschen Polizei im freiheitlichen Rechtsstaat, den zu schützen ihre Aufgabe ist, daran messen lassen müssen,ob sie diesen Vorsitzenden ganz schnell zum Teufel jagt.

Helmut Kohl hat in solchen Fällen gesagt: Die Karawane zieht weiter.

Aber bitte ohne so einen Gewerkschaftsvorsitzenden. Und ohne Polizeistaatsphantasien.

 

Schwerer Verdacht gegen den Berliner Senat: Verbrechen gegen die Menschlichkeit?

Grüne und Linke Politiker in Berlin werfen dem Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU) vor, das Flüchtlingschaos in Berlin künstlich zu inszenieren.

Nach Feststellung der ehrenamtlichen Helfer des Bündnisses zur Unterstützung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Charlottenburg werden täglich lediglich etwa 200 Flüchtlinge registriert. Von 12 000 Menschen verfügen viele nicht mal über ein Dach über dem Kopf, haben keine geregelte Krankenversorgung und keinen Berlinpass, mit dem sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen könnten.

Die Arbeit des Sozialsenators in Berlin ist so erbärmlich, dass Flüchtlinge hier leiden müssen wie in keiner anderen deutschen Großstadt.

aufschreiber.com unterstützt die Forderungen der ehrenamtlichen Helfer an den Regierenden Bürgermeister:
http://willkommen-im-westend.de/?p=1338

und empfiehlt den folgenden Beitrag auf der BZ: http://www.bz-berlin.de/landespolitik/hat-czaja-das-fluechtlingschaos-absichtlich-inszeniert

Sollten die Forderungen der Initiativen keinen Erfolg haben, wäre es die Aufgabe von Linken und Grünen als Opposition im Abgeordnetenhaus beim Berliner Verwaltungsgericht Berlin eine einstweilige Anordnung beantragen, um den Senat zu zwingen, endlich die Menschenrechte zu respektieren – auch die Menschenwürde der Flüchtlinge in Berlin.

Stacheldraht und Schießbefehl

Es war einmal ein kleines Land. Es hatte, sagen wir mal, durchschnittlich 17 Millionen Einwohner. Und weil es sich die Errungenschaften des Sozialismus nicht vom kapitalistischen Westen klauen lassen wollte, baute es in Berlin eine Mauer und an der ganzen Westgrenze hohe Zäune.

Dieses kleine Land hieß DDR. Die Mauer und die Zäune haben nicht gereicht, also wurde im Zweifelsfall auch auf Menschen geschossen, wenn die versuchten das Land zu verlassen. Doch auch das half am Ende nicht und deshalb heißt die DDR jetzt „Neue Bundesländer“ und gehört zur Bundesrepublik Deutschland.

Und doch: Vor allem Osteuropäer, aber durchaus auch Politiker in den westlichen Ländern der Europäischen Union sind inzwischen überzeugt: Von der DDR lernen heißt siegen lernen.

Das Spiel geht nur umgekehrt: Jeder soll raus, aber am besten keiner rein dürfen ins gelobte Land des kapitalistischen Sieges. Vor allem nicht Immigranten und Flüchtlinge aus dem Osten und Süden, die den EU-Bürgern womöglich die Wurst vom Brot klauen.

Ungarn hat den Stacheldrahtzaun schon fertig. Und Bulgarien hat gestern den ersten Flüchtling der vor Taliban und US-Bomben aus Afghanistan geflüchtet war, an seiner Grenze zur Türkei gestoppt – die Kugel eines Grenzsoldaten des EU-Landes Bulgarien tötete den Menschen, der Sicherheit in unserem Europa suchen wollte.

Zu Zeiten der DDR hat ARD-Korrespondent Lothar Löwe einmal im Fernsehen gesagt: „An der Grenze wird auf Menschen geschossen wie auf Hasen.“

Und nun soll uns mal jemand erzählen, die Geschichte würde sich nicht wiederholen…

Bildungsreise nach Syrien und Irak für „besorgte Bürger“

Sie schreien wieder ihre verlogenen Parolen, sie kaschieren ihre Fremdenfeindlichkeit, ihre Menschenfeindlichkeit, indem sie sie „Sorgen“ nennen. Sie haben nur Juden gegen Moslems ausgetauscht.

Und sie brüllen ihren Hass in die Mikrophone, ihren Hass auf Kinder, Frauen, Männer, die natürlich auch ihre Familien nachholen wollen, die in unserem Land den Schutz suchen, den andere in den dreißiger und vierziger Jahren den jüdischen Flüchtlingen aus Nazi-Deutschland oft verweigert haben. Und deshalb schuldet Deutschland es der ganzen Welt, jetzt seinen Reichtum zu nutzen, um Menschen in Not zu helfen. „Asylrecht kennt keine Obergrenze“ hat Angela Merkel gesagt. Und das gilt es gegen jeden Widerstand durchzusetzen.

Wir haben viele Milliarden Steuerüberschüsse. Lasst und einen Teil davon nutzen, um die „besorgten Bürger“ auf Bildungsreisen durch Syrien und den Irak zu schicken. Vielleicht, leider nur vielleicht, kommen sie klüger zurück.

Und in unserem Land, in unseren Medien, in der Politik, stellen wir uns den Menschenfeinden in den Weg.

Ausgerechnet und dankenswerterweise hat es der Privatsender TELE5 auf den Punkt gebracht:

Fremdenfeinde sind Menschenfeinde

Und Menschenfeinde sind unser aller Feinde. Ohne Verharmlosung und ohne Toleranz.

Zur Erinnerung: Die Kinder von Izieu