Archiv für den Monat: Oktober 2017

Rohingya-Katastrophe: Deutschlands unsichtbare Schande

Alle  reden über das Elend der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh. Sie sind Moslems, rechtlos, ohne Staatsbürgerschaft in ihrem Heimatland Myanmar, zusammengeschossen und enteignet vom Militär des überwiegend buddhistischen Landes, nur nach internationalen Protesten von der heimlichen Regentin und Friedensnobelpreisträgerin, der jahrzehntelang weltweit gepriesenen Aung San Suu Kyi, überhaupt zur Kenntnis genommen, nachdem eine halbe Millionen verzweifelter Menschen schon aus ihrem Land geflüchtet war. Bangladesh, das „Freie Bengalen“ (deutsche Übersetzung), das erst seit 1971 unabhängig ist (vorher war es die pakistanische Exklave Ost-Pakistan, vom Mutterland getrennt durch indisches Territorium), nimmt täglich neue Flüchtlinge auf.

Bangladesh hat Mühe das eigene Volk zu ernähren, ist auf Hilfe für die Flüchtlinge aus Myanmar angewiesen.

Gerade wurde eine internationale Geberkonferenz beendet.

Aus Deutschland kam keine Zusage für irgendeine Hilfe. Begründung: Man habe ja bereits 5 Millionen Euro bereit gestellt. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post verdient pro Jahr 5, 2 Millionen.

Bundesfinanzminister Schäuble verbuchte im vergangenen Jahr eine Haushaltsüberschuss von 23,6 Milliarden Euro. Eine diese Milliarden hätte für mindestens fünf Jahre die schlimmste Not so weit gelindert, dass in Bangladesh keine Rohingya-Flüchtlingskinder mehr verhungert wären.

Diese Verweigerung der Bundesregierung bleibt weitgehend unbeachtet – übertüncht durch Spendenaufrufe an die Bürger, die bereits den Millarden-Haushaltüberschuss durch ihre Steuern bezahlt haben.

Die Schande Deutschlands, die Menschen – nicht nur in Bangladesh – verhungern zu lassen, wird auch nicht geringer, weil andere reiche Länder sich ebenso schandhaft verhalten. Böses wird nicht weniger Böse, wenn Viele Böses tun.

 

Luther: Sicher ist sicher…

Da soll nochmal jemand behaupten, es gäbe nichts mehr zum Lachen. Während die evangelische Kirche ihren Gründervater Martin Luther zum 500. Reformationsjubiläum feiert, wurde in der Nationalbibliothek Madrid ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers gefunden. So steht es heute überall zu lesen.

Die Pauschalvergebung der Sünden hatte sich der Mönch zusammen mit Klosterkollegen zugelegt, bevor er seine 95 Thesen in Wittenberg an die Kirchentür nagelte und den Ablasshandel des Vatikans als gottlos kritisierte.

Heißt: Ehe er Reformator wurde, hatte er sich seinen Platz im Paradies vorsichtshalber schon gekauft. Sicher ist halt sicher…

Niedersachsen: CDU/FDP sind Büttel der AfD

SPD und Grüne haben bei der Landtagswahl gestern zusammen gut 45 Prozent der Stimmen bekommen.

CDU und FDP, die sich ebenfalls gerne als Verteidiger der Demokratie gerieren, zusammen nur gut 41 Prozent.

Ergebnis: Eine klare Mehrheit für Rot-Grün.

Und doch reicht das nicht: CDU und FDP lassen zu, dass 9 Rechtsradikale der AfD (6,2 %) bestimmen, wie die neue Regierung des Landes aussehen wird. Pfui Teufel.

Wenn sie als demokratische Parteien noch ernst genommen werden wollen, müssen CDU und FDP einer neuen Rot-Grünen MInderheitsregierung im Landtag zu einer ausreichenden Mehrheit verhelfen und so das rechtsradikale Pack neutralisieren.

Ministerpräsident Weil muss es riskieren – austesten, ob es eine demokratische Mehrheit im niedersächsischen Parlament gibt. Verweigern sich CDU und SPD, muss eben mal eine Wahl wiederholt werden.

Der Wähler hat hat dann ja miterlebt, warum. Wie sich CDU und FDP zu Bütteln der AfD gemacht haben. Und der Wählerwille war nicht, das 6,2 Prozent AfDler künftig die Politik bestimmen.