Antisemitismus-Skandal bei der Deutschen Bahn

Nach dem berühmten jüdischen Mädchen Anne Frank, dessen erschütterndes Tagebuch um die ganze Welt ging und das im Nazi-KZ Bergen-Belsen starb, sollte einer der neuen ICE 4 Züge der Deutschen Bahn benannt werden.

Im letzten Moment hat der Bahn-Vorstand es sich anders überlegt – die Züge sollen nun nach Landschaften benannten werden. Fadenscheinige Ausrede: Die Namensgebung nach Anne Frank könne wegen der Judentransporte in die KZs Wunden aufreißen. Tatsächlich wäre es wichtig, diese Erinnerung wach zu halten.

Hatte die Bahn in Wahrheit Angst vor Prostesten von Neo-Nazis/Pegida/AfD?

Ein ICE, der nach dem radikalen Antisemiten/Judenhasser Martin Luther benannt wurde, soll seinen Namen behalten.

4 Gedanken zu „Antisemitismus-Skandal bei der Deutschen Bahn

  1. Die Absicht, einen Zug des Rechtsnachfolgers der Reichsbahn nach Anne Frank zu benennen, stieß bei vielen Organisationen und Personen auf Kritik – so bei der Anne-Frank-Stiftung.
    Die Stiftung erkennt zwar an, dass die Bahn mit der Zug-Benennung „aus guten Motiven handelt. Die symbolische Kraft von Anne Frank ist groß“. Dennoch gab es Kritik am Vorhaben der Bahn. „Die Verbindung von Anne Frank und einem Zug ruft Erinnerungen an die Deportation von Juden (während des Nationalsozialismus) wach“so die Stiftung.“
    Es handelt sich nicht um einen „Antisemitismus-Skandal“, wenn die DB diesen Argumenten, die auch von vielen jüdischen Persönlichkeiten kamen, folgt.

      1. Das war im November – es hieß ausdrücklich „falls“ – die Anne-Frank-Stiftung und viele andere sind bei ihrer Meinung geblieben. Kein Zug, der vielleicht noch an Dachau vorbeifährt – wie es in der TAZ hieß. Die Entscheidung ist richtig.

        1. Selektive Wahrnehmung. Der Schweizer Anne Frank Fund, hier Anne Frank Stiftung kämpft gegen alles, wenn er nicht selbst involviert ist. Deshalb wird diese Organosation auch von den offiziellen Organisationen der Juden nur sehr begrenzt unterstützt.
          Ein Beispiel der fragwürdigen Aktivitäten veröffentliche Agence France Press (AFP) 2015, als sich der Fund gegen Pläne unter anderem der Grünen französischen Parlamentsabgeordneten Isabelle Attard und des Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit engagierte: https://www.yahoo.com/news/anne-frank-fund-fights-plans-publish-diary-online-235830856.html

          Erinnerung ist das Schlüsselwort – und die gilt es wach zu halten (siehe auch: Serge und Beate Klarsfeld: „Die Kinder vin Izieu“ und das gleichnamige Lied von Reinhard May). Und wer die Erinnerungskultur als „Wunden aufreißen“ denunziert, sollte sich überlegen, ob er damit nicht gefährlich in Richtung der Verunglimpfung eines Herrn Höcke gegen das Holocaust-Mahnmal in Berlin rückt. Die Kritik kam übrigens (z.B.: BZ) weitgehend von rechts – die taz lasse ich da mal außen vor. Dort steht öfter Mal politischer Unsinn von irgendeinem unterbezahlten und entsprechend mäßig qualifizierten Mitarbeiter drin.
          aufschreiber.com ist im Übrigen keine Plattform für fragwürdig motivierte Privatdebatten und beendet diese deshalb jetzt.

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